| Laut - Papier - Einkauf - Backstein |
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Laut dringt der Lärm und das Chaos des vorbeifahrenden Verkehrs durch mein Fenster, lässt mich aus meinen Gedanken aufschrecken. Ich schreibe einen Traum, nein, ich schreibe meinen Traum mit kleiner krakeliger Schrift, mache große Tintenkleckse. Doch je flüssiger die Worte aus mir herausströmen, um so leiser wird das Wirrwarr dort draußen, es ist fast still. Die stumme Gegenwart legt sich wie ein Tuch um mich, hüllt mich ein. Nur das Rascheln meines Papiers, dem ich all das Unbestimmte sonst Belanglose anvertraue, überbrückt die Stille. Die Seite ist voll, die Worte strömen nun nicht mehr wie ein ungestümer Fluss, und der noch bevorstehende Einkauf übermannt meinen Traum. Der Laden ist leer und die Regale sind voll, ich suche sorgfältig, finde alles, was ich brauche und auch, was ich nicht brauche. Die Kassiererin überarbeitet, müde. Sie ist unfreundlich, ich zahle gedankenverloren und verlasse den Laden ohne Eile noch mit Hast, gehe langsam, bedächtig, sehe ein sonst unscheinbares Haus. Es ist mir zuvor noch nie aufgefallen, doch jetzt hält es meinen Blick, der rote Backstein bröckelig, die Holztür modrig, der Fensterrahmen ist leicht angesengt, fast unmerklich. In meinem Kopf spinnt sich eine neue ‘Backsteinhausgeschichte‘ zusammen und ich raffe meinen Mantel, eile nach Hause, um noch einmal die Stille zu spüren und das Papier rascheln zu hören. Laura Rumich, September 1999 |

