Im Irgendwo - Texte von Laura Rumich

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Ein Stern am Himmel Drucken E-Mail
Ein Stern am Himmel. Er leuchtet. Und ich denke an dich. Mit Distanz. Ich stehe am Fenster. Meine Ellbogen auf die harte und kalte Fensterbank gestützt. Sehe durch das Grüne meiner Ranken den Stern. Vielleicht die Venus?

Ich öffne das Fenster, steige auf meinen Drehstuhl und klettere auf die Fensterbank. Ich will dem Stern nah sein. So steh‘ ich in der schwarzen Abendluft. Horche in das stille Schweigen, dessen Lärm mich trägt. Ich breite meine Arme aus, als wolle ich den Stern einfangen, ihn nur eine kleine Ewigkeit halten.

Der Stern pulsiert dort im Irgendwo, ruft mich, und ich springe, springe ihm entgegen in die Fluten des weiten sternklaren Himmels. Höre das Rauschen und das Wasser spült mich dem leuchtenden Sternen-Loch im Universum entgegen. Ich treibe dahin mit weit ausgebreiteten Armen.

Es wird wärmer, ich treibe durch dichtes dämmergraues Schweigen, ich komme ihm näher, kann ihn nun fast berühren, es wird heller, auf meinem Weg zu dem stillen Leuchten. Ich werde auf einen lichtdurchfluteten Pfad getrieben. Es ist so hell. Die Konturen schwinden und das ‘Sein‘ flimmert.

Das Licht bricht meine Schale und dringt in meine Seele ein, pumpt mich voll mit Wärme, bis ich auch zu leuchten beginne, ebenso wie der Stern. Nun stehe ich dicht neben ihm am Himmel und leuchte, bin nun auf immer ein leuchtendes Laura-Loch im Universum.


(23.12.1999 von Laura Rumich)